Meine politischen Positionen

Gesundheitspolitik

Das Schweizer Gesundheitswesen ist leistungsfähig und qualitativ sehr gut. Jede Patientin und jeder Patient hat Zugang zu modernsten, medizinischen Behandlungen. Im Unterschied zum Ausland ist unser Gesundheitssystem schuldenfrei. Unser Gesundheitswesen ist auch eine Investition in die Volkswirtschaft: Weniger und kürzere Krankheitsabwesenheiten sind im Sinne von Patienten und Unternehmen.
Dennoch sind gezielte Reformen nötig. Wir müssen die Kosten, insbesondere in der Grundversicherung, besser in den Griff bekommen. Das jährliche Wachstum beträgt gegen 4%. Nur etwa 0.5% sind der demografischen Alterung geschuldet. Der Rest ist Folge von Mengenausweitung und technologischem Fortschritt. Bei näherer Betrachtung zeigen sich verschiedene Baustellen: Überkapazitäten, stark gewachsener Leistungskatalog, Honorierungsmodelle, Mehrfachrolle der Kantone, Fehlanreize bei Eingriffen und Medikamentenverschreibungen. Zudem wird eine Debatte um mögliche Restriktionen vermieden. Es besteht grosser Handlungsbedarf.

Altersvorsorge

Unser Renten- und Pensionierungssystem schafft Sicherheit, führt aber in verschiedenen Bereichen nicht zu optimalen Resultaten: Arbeitnehmer über 50 haben Probleme, eine neue Stelle zu finden; unter anderem wegen der hohen PK-Beiträge. Wer über das Pensionsalter hinaus arbeiten will, wird bestraft, indem er weiter AHV-Beiträge zahlen muss. Wer nicht selbständig tätig ist, kann nur selten weiterarbeiten. Der Ausschluss älterer Personen aus dem Arbeitsmarkt verschärft den Fachkräftemangel. Das abrupte Ende der Berufstätigkeit führt of zu Sinnkrisen.
Das muss sich ändern. Wir brauchen ein flexibles Rentenalter (Referenzalter) und eine nachhaltige Finanzierung der Altersvorsorge. Wer länger arbeiten will, auch in reduziertem Umfang und mit abnehmender Verantwortlichkeit, sollte dies können, ohne Nachteile in Kauf zu nehmen. „Regebogenkarrieren“ müssen möglich sein. Davon profitieren Berufstätige und deren Familien, wie auch die Unternehmen.

Gesellschaft und Familie

Beruf und Familie müssen in der Schweiz besser vereinbar sein. Wir investieren grosse Summen in unsere Schul- und Berufsbildung. Ein nicht geringer Teil davon führt jedoch nicht zu Wertschöpfung. Zu viele Personen, grossmehrheitlich Frauen, gehen nach Lehre oder Studium nur kurz einer Erwerbstätigkeit nach und kümmern sich dann ausschliesslich um Kinder und Familie. Die geringe Erfahrung und die lange Lücke erschweren zudem die Jobsuche nach der Familienphase.
Diese Problematik ist umso bedeutsamer, da der Schweiz gleichzeitig in verschiedenen Branchen Fachkräfte fehlen.
Wenn Frauen ihre Qualifikationen vermehrt in der Arbeitswelt einsetzen können, gehen wir beide Probleme an. Die Bildungsinvestitionen erzielen eine höhere Wirksamkeit und wir schliessen Lücken auf dem Arbeitsmarkt. Ich stehe dafür ein, dass dafür passende Rahmenbedingungen geschaffen werden:

  1. Mehr subventionierte Betreuungsplätze
  2. Voller steuerlicher Abzug der Kosten externer Kinderbetreuung.
  3. Ergänzende schulische Betreuungsangebote wie Mittagstische, Aufgabenhilfe und Randstundenbetreuung

Mobilität und Raumplanung

Die Entwicklung des Verkehrs stellt eine grosse Herausforderung dar. Im Kanton Zug, wie auch an anderen Orten der Schweiz, bringt insbesondere das Bevölkerungswachstum die Infrastruktur an ihre Grenzen. Wir brauchen daher vernetzte Lösungen, die alle Verkehrsträger und die Raumplanung einbeziehen. Nicht zuletzt gilt es die Landressourcen zu schonen und Zersiedlung zu vermeiden.
Ein positives Beispiel, wie das Strassennetz erweitert werden kann, ist das Projekt Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd. Ebenso wichtig ist es, leistungsfähige öffentliche Verkehrsmittel zu einem attraktiven Preis bereitzustellen. Nicht immer ist ein Ausbau angezeigt. Strasse und Schiene sind vielerorts nur in den Stosszeiten ausgelastet. Mit neuen Bezahlkonzepten können die Spitzen verflacht und die Finanzierung nachhaltiger und verursachergerecht gestaltet werden.

Energie

Der Energieverbrauch in der Schweiz ist seit den 50er-Jahren massiv gestiegen und seit ca. 2010 auf hohem Niveau stabil. Unser Verbrauch hat seinen Preis. Der CO2-Ausstoss ist gross, wir sind abhängig von Importen. Nicht nur bei fossilen Energien. Während der Wintermonate beziehen wir auch viel Strom aus dem Ausland. Zudem sind einige unserer Kraftwerke in die Jahre gekommen.
Dies heisst für mich, dass die Energieversorgung der Schweiz sicherer werden muss. Und nachhaltiger. Das Potential für mehr inländische Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen ist vorhanden. Allerdings können wir nicht «den Fünfer und das Weggli» haben. Für mehr erneuerbare Energie müssen wir bereit sein, Windturbinen in der Landschaft zu akzeptieren, weitere Stauseen anzulegen und Dächer mit Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen aufzurüsten.
Für die Reduktion des CO2-Ausstosses besteht ebenfalls Potential. Der grösste Verursacher sind Ölheizungen. Bei Neubauten sind wir bereits vorbildlich – dank guter Wärmedämmung und dem Einsatz von Wärmepumpen. Bei den Altbauten besteht jedoch grosser Ersatzbedarf.
Dafür ist in erster Linie auf marktwirtschaftliche Instrumente zu setzen. Nach anfänglichen Zweifeln unterstütze ich das Energiegesetz. Die stärkere Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität (Sektorenkopplung) überzeugt. Wichtig sind zudem eine weitgehende Kostenwahrheit sowie der Abbau von Subventionen. Bei der Revision des CO2-Gesetzes zur Umsetzung des Pariser Abkommens unterstütze ich eine CO2-Abgabe auf Flugtickets.

Finanz- und Steuerpolitik

Leistung muss sich lohnen: Jene, die arbeiten und sparen dürfen nicht bestraft werden. Dafür sind tiefe Einkommens- und Vermögenssteuern das richtige Signal. Nur wer einen Grossteil seines Lohnes selber ausgeben kann, interessiert und engagiert sich für die Gesellschaft. Der Kanton Zug und die Schweiz müssen steuerlich attraktive Standorte bleiben, denn nur so können unser Wirtschaftswachstum, unsere Lebensqualität und unsere Arbeitsplätze gesichert werden.
Der nationale Finanzausgleich (NFA) ist grundsätzlich ein wichtiges Instrument, um die wirtschaftlich schwächeren Regionen zu unterstützen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Eidgenossenschaft. Falsch ist die Ausprägung – unser Kanton wurde schlichtweg viel zu stark zur Kasse gebeten. Die ab 2020 gültigen Reduktion unserer Beiträge sind ein Schritt in die richtige Richtung.

Umwelt & Ernährung

Die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Die Luft, das Trinkwasser und alle unsere Nahrungsmittel sind abhängig von einem intakten Ökosystem. Dieses beinhaltet verschiedenste Elemente: Wasserhaushalt, Biodiversität, Klima, Boden etc. Diesen grundlegendsten Ressourcen gilt es Sorge zu tragen. Bei allen Eingriffen ist schonend vorzugehen. Und es gilt eine Partialoptik zu vermeiden: Die Interdependenz zwischen den einzelnen Elementen sind oft subtil, aber dennoch bedeutsam.
Ich stehe für eine deutliche Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien im Energiemix
Ich stehe für eine Raumplanung, die den Boden als knappe und wertvolle Ressource betrachtet
Ich stehe für eine Landwirtschaft, die Nischen für Tiere und Insekten lässt. Ohne die Kosten den Bauern aufzubürden.
Ich stehe, wenn immer möglich, für die Internalisierung der externen Kosten. Wenn natürliche Ressourcen – Wasser, Luft, Gesundheit - wirtschaftlich genutzt, bzw. belastet werden, müssen sie in den Preis einfliessen.

Aussenpolitik

Die Aussenhandelsstatistik der Schweiz spricht eine klare Sprache: 47% unserer Exporte gehen nach Europa, 64% der Importe kommen von dort. Deutlicher lässt sich die Bedeutung eines guten Einvernehmens mit der EU kaum ausdrücken. Diese erfolgreiche Wirtschaftsbeziehung ist der Lohn der aufwändig erarbeiteten Bilateralen Verträge. Diesen ist Sorge zu tragen.
Daneben müssen wir uns aktiv bemühen, guten Zugang zu den Märkten in Nordamerika und Asien zu haben. Diesen erhalten wir nicht zum Nulltarif. Wir müssen Freihandelsabkommen bieten, die auch für unsere Partner attraktiv sind. Jede Kooperation hat ihre Eigenheiten. Wir müssen fallweise prüfen, wie weit wir gehen wollen.
Parallel zu den Handelspartnerschaften ist es von enormer Bedeutung, dass wir Austausch und Kooperation in der Wissenschaft gezielt fördern und pflegen. Wissen ist mehr und mehr der Rohstoff unserer Zeit.
Nicht zu Letzt dürfen wir auch nicht vergessen: Unser Land, wie wir es kennen und lieben, basiert auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Diese Werte haben uns seit 1848 eine friedliche und erfolgreiche Entwicklung ermöglicht. Stabilität ist ein wichtiger Schlüssel zur Prosperität. Wir tun daher gut daran, für diese Säulen unseres Staatsverständnisses im Ausland zu werben und andere Länder zu unterstützen, die den gleichen Weg gehen wollen.